Historical-Fantasy: Irondead, Poison Diaries II & Haus der Geister

Und es geht weiter beim Historical-Fantasy-Challenge! Diese Woche habe ich Irondead gelesen, einen Steampunk-Krimi über den Bau der Titanic, den zweiten Teil von Poison Diaries und Haus der Geister, einen Horrorroman mit viktorianischem Setting. Von den drei Büchern hat mir Haus der Geister am besten gefallen und mich so richtig auf den Geschmack gebracht für paranormale Geschichten.

Irondead – Der zehnte Kreis (Wolfgang Hohlbein)

Belfast, 1911. Der Privatdetektiv Quinn Devlin entdeckt bei einem Auftrag ein monströses Geschöpf aus Metall in einem verlassenen Warenhaus. Kurze Zeit später verschwindet sein Auftraggeber Stanley spurlos. Die Suche nach Stanley führt Quinn direkt zur Werft der Titanic – und zu der schönen Alison, die fest entschlossen ist Stanley zu finden. Zusammen mit dem genialen Erfinder Nikola decken sie eine Verschwörung auf, die die ganze Menschheit in Gefahr bringen könnte …

Irondead - Der zehnte Kreis - Wolfgang Hohlbein
Credit: Goodreads.com

Mit Irondead habe ich nun meinen ersten Roman von Wolfgang Hohlbein gelesen. Ich hatte schon viel von dem bekannten deutschen Fantasy-Autor gehört und war daher ziemlich neugierig auf seinen Stil. Enttäuscht wurde ich nicht, allerdings würde ich das Buch nicht als eines meiner Highlights des Challenges betrachten. Der Buchtitel ist übrigens eine Anspielung auf die neun Kreise der Hölle aus Dantes Inferno.

Ich fand die Atmosphäre sehr schön, eine Mischung aus Steampunk und Noir-Krimi im Zeitalter der industriellen Revolution. Da ich ein großer Titanic-Fan bin, hat mich der Hintergrund mit der Schiffswerft natürlich auch sehr angesprochen. Die Charaktere waren sehr vielseitig gestaltet und entsprachen gleichzeitig den Personen eines typischen Noir-Romans – der Privatdetektiv und die mysteriöse schöne Frau.

Leider war mir das Buch etwas zu umfangreich. Die 600 Seiten waren wohlgefüllt mit Action-Szenen und Plot-Twists, doch diese liefen nach einiger Zeit sehr nach dem gleichen Schema ab. So schön die Atmosphäre war, habe ich nach einiger Zeit angefangen die Szenen nur noch zu überfliegen. Trotzdem hat mir der Schreibstil von Wolfgang Hohlbein sehr gut gefallen, er versteht sich perfekt darauf so viele Details einfließen zu lassen, dass einem die Geschichte wie ein Film im Kopf erscheint. Ich kann das Buch daher allen Noir-Fans und Fans von Steampunk-Krimis weiterempfehlen!

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The Poison Diaries II – Liebe ist stärker als der Tod (Maryrose Wood & Gräfin von Northumberland )

Rezension von Teil 1 der Reihe (The Poison Diaries – Liebe ist unheilbar)

Jessamine Luxtons unaufgeregtes Leben hat eine schreckliche Wendung genommen. Sie hat ihre Unschuld verloren – und den Mann, den sie liebt. Sie weiß, wer die Schuld daran trägt: ihr eigener Vater, der einen Garten voller Gift- und Heilpflanzen besitzt. Sie wird Rache nehmen und ihn mit seinen giftigen Gewächsen töten, die ihm stets mehr wert gewesen sind als seine Tochter. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Verspielt Jessamine die Zuneigung ihrer großen Liebe Weed? Wird sie ihn jemals wiederfinden? Es ist die einzige Möglichkeit, denn nur die Liebe vermag ein bitteres Herz zu heilen …

Mir hat die Fortsetzung von Poison Diaries wieder sehr gut gefallen. Jessamine hat eine starke Charakterentwicklung hingelegt von dem naiven Mädchen im ersten Teil zu einer selbstständigen und zielstrebigen jungen Frau. Nachdem sie eine schreckliche Tat begangen hat, ist sie auf der Flucht durch das England des 18. Jahrhunderts – ein gefährliches Unterfangen für ein Mädchen mit Kräuterkenntnissen, denn die Angst vor Hexen war weitverbreitet. Gleichzeitig erfährt man Weeds Perspektive, den es ins ferne Rom verschlagen hat, um mehr über die Giftpflanzen in dem Buch von Jessamines Vater zu lernen.

Der historische Hintergrund und die Informationen über Giftpflanzen wurden von den Autorinnen wieder sehr gut ausgearbeitet und in die Geschichte integriert. Die Ereignisse blieben sehr spannend bis zum überraschenden Ende, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Meinen Recherchen nach wird die Reihe leider nicht weitergeschrieben, da die Autorinnen ihre Kollaboration aus ungeklärten Gründen beendet haben. Zwar hat die Gräfin von Northumberland mit einer neuen Autorin eine Fortsetzung geschrieben, allerdings ist diese nicht auf Deutsch erhältlich und hat wohl auch nicht mehr viel mit den ersten beiden Bänden gemeinsam. Das finde ich sehr schade, denn der zweite Teil endete wieder in einem Cliffhanger und ich hätte mich sehr auf einen dritten Teil gefreut, der die Ereignisse zu Ende bringt. Aber so etwas kann wohl vorkommen, wenn mehrere Autoren gemeinsam an einem Werk arbeiten. Leider ist das dann sehr frustrierend für die Leser und Fans einer Reihe. Ist euch sowas auch schon mal bei Reihen passiert? Ich habe bisher eigentlich nur Reihen gelesen, die früher oder später dann auch beendet wurden – oder wo man zumindest weiß, dass eine Fortsetzung geplant ist.

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Haus der Geister (John Boyne)

England 1867. Die junge Eliza Caine fährt in die englische Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace freudig begrüßt. Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass außer den beiden Kindern niemand in dem alten viktorianischen Anwesen lebt – bis sie erkennen muss, dass sie dennoch nicht alleine sind. Etwas verfolgt sie und trachtet ihnen nach dem Leben. Eliza muss längst begrabene, tödliche Geheimnisse enträtseln, wenn sie nicht selbst den düsteren Mauern von Gaudlin Hall zum Opfer fallen will …

Credit: Goodreads.com

Von John Boyne hört man am ehesten etwas durch seinen bekannten Roman Der Junge im gestreiften Pyjama*. Auch sonst schreibt er wohl gern historische Romane, in diesem Fall einen Geisterroman, der im viktorianischen Zeitalter spielt.

Haus der Geister war ein sehr spannender und gut recherchierter viktorianischer Gruselroman. Die Mischung aus Historical Fiction und Paranormaler Fantasy hat mich sehr angesprochen. Ich liebe Geistergeschichten und mit der düsteren Kulisse eines viktorianischen Herrenhauses hat mich die Atmosphäre gleich in ihren Bann geschlagen.

Eliza war eine für ihr Alter sehr erwachsene Protagonistin, die ihre Stelle als Lehrerin in London nach dem Tod ihres Vaters aufgegeben hat, um als Gouvernante auf dem Land zu arbeiten. Doch kurz nachdem sie das Haus betritt, häufen sich merkwürdige Ereignisse. Langsam erfährt sie die grausame Hintergrundgeschichte der Familie ihrer neuen Arbeitgeber. Auch die Kinder, die sie betreuen muss, verhalten sich extrem merkwürdig. Zusammen mit Eliza wird der Leser im Dunkeln gelassen und findet Stück für Stück die Wahrheit über Gaudlin Hall heraus. Alles in allem empfand ich Haus der Geister als einen sehr gut geschriebenen historischen Geisterroman und kann ihn an alle Fans des viktorianischen Zeitalters weiterempfehlen!

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Kennt ihr die vorgestellten Bücher und wie fandet ihr sie? Wenn nicht, dann hoffe ich, dass ich euch einige Historical-Fantasy-Anregungen geben konnte! Wer noch beim Challenge mitmachen möchte, kann sich gern melden. Mein aktueller Stand lautet nun 6/30 Bücher.

Liebe Grüße, Aurora

5 Gedanken zu “Historical-Fantasy: Irondead, Poison Diaries II & Haus der Geister

  1. Hallo liebe Aurora,
    ich kenne tatsächlich nicht eines deiner Bücher! Von deiner Beschreibung her, würde mich allerdings gerade das Haus der Geister am meisten ansprechen, obwohl auch ein Titanicsetting nicht schlecht klingt. Ich habe von Holbein bislang erst ein Buch gelesen (das ist schon sehr lange her). Mir hat die Geschichte damals solala gefallen. War eher etwas langatmig. Seitdem habe ich auch kein Buch mehr von dem Autor zur Hand genommen.

    Und das Cover von The Poison Diaries ist ja mal ein Traum. Auch das, was du dazu schreibst, klingt richtig richtig gut. Es hat gerade richtig viel Spaß gemacht deine Rezensionen zu den Büchern zu lesen und einen kleinen Einblick in so unterschiedliche Geschichten zu bekommen. Vielen Dank für diesen schönen Artikel ❤

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Tanja,
      Es freut mich, dass ich dir ein paar neue Bücher vorstellen konnte. ^-^ Das war auch mein erstes Buch von Hohlbein. Ich muss sagen, dass ich das Buch leider auch etwas langatmig bzw. die Szenen nach einiger Zeit wiederholend fand, weswegen es mir das Lesen nicht so viel Spaß gemacht hat.
      The Poison Diaries war dagegen eines meiner Highlights in letzter Zeit. Und die Cover sind wirklich wunderschön und einzigartig, ebenso wie das Thema und Setting. Vielen Dank für dein Lob zu meinem Artikel. *-*

      Liebe Grüße, Aurora

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  2. Da hast du ja wirklich wieder einiges geschafft! Gerade die Poison Diaries sprechen mich echt an, vielleicht lese ich diese in Zukunft auch noch. Ich bin immer ganz gespannt auf diese Beiträge von dir, weil ich die Bücher meistens selbst nicht kenne 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Lea,
      Freut mich sehr, dass dich meine Beiträge ansprechen. ^^ Im Rahmen dieser Aktion wollte ich auch einige unbekanntere Bücher vorstellen. 😀
      Liebe Grüße, Aurora

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  3. Pingback: Historical-Fantasy-Challenge – Weltentänzerin

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