Happy End oder Kein Happy End – Was ist euch lieber?

Das Ende eines Buchs zu lesen ist immer ein besonderer Moment. Die Spannung, die sich über hunderte von Seiten aufgebaut hat, kumuliert endlich zum Höhepunkt. Man erfährt, was aus den Charakteren wird, die man über die Stunden des Lesens liebgewonnen hat. Und dann entscheidet sich die große Frage: Ist man mit dem Ausgang zufrieden oder nicht?

Credit: Pixabay

Ich finde das Ende eines Buches muss immer zum Buch passen. Wenn die Atmosphäre des Buches allgemein düster ist wie in einem Horror-Thriller oder einer blutigen High-Fantasy-Reihe wie Ein Lied von Eis und Feuer, dann erwarte ich sogar, dass am Ende nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, ansonsten wäre das irgendwie unrealistisch. Wenn ich dagegen eine schöne Romanze lese, will ich auch irgendwie, dass die Protagonisten am Ende zusammenkommen und ihr Happy End finden.

Bei nachdenklicheren Büchern wünsche ich mir auch ein Ende, das zum Nachdenken anregt. Bei Reihen ist mir wichtig, dass alle Nebenhandlungsstränge überhaupt ein Ende finden und offene Fragen nicht im Raum stehengelassen werden. Schlussendlich mag ich daher sowohl Happy End als auch kein Happy End, die Hauptsache ist, dass es zum Buch passt und der Geschichte oder Reihe gerecht wird. Ein deprimierendes Ende, an dem die ganze Menschheit untergeht, kann mich ebenso begeistern wie ein „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“.

Ein gutes Ende zu finden ist natürlich nicht einfach für einen Autor, ganz besonders wenn es sich um längere Reihen mit unzähligen Nebenfiguren handelt. Leider kommt es daher oft vor, dass die Fangemeinde enttäuscht wird. Ein prominentes Beispiel wäre da zum Beispiel Eragon. Auch der Epilog von Harry Potter hat eine Menge Kritik geerntet. Ich denke daher, dass das Ende eines Buches oder einer Reihe sogar das Schwierigste ist für einen Autor. So oder so muss man damit rechnen, dass es einige Leser enttäuschen wird. Denn die Wünsche und Sympathien der Leser gehen stets sehr auseinander.

Ich fand den Epilog von Harry Potter zum Beispiel toll, bei Eragon hätte ich mir aber mehr gewünscht. Auch die kürzlich beendete Serie Game of Thrones hat mit ihrem Ende für sehr viel Aufregung gesorgt. Da fand ich den Ausgang an sich interessant, die Umsetzung allerdings zu schwach.

Oftmals ist auch ein gemischtes (bittersüßes) Ende passend und das gefällt mir auch als Autorin am besten. Manche Charaktere kriegen ein glückliches Ende, andere nicht. Oder der Sieg des Guten kommt mit einem schlimmen Preis. Die Helden sind für das Leben gezeichnet von den Dingen, die sie durchmachen mussten. Ein solches Ende ist auch meist sehr realistisch und schön für Dystopien oder Fantasy- und SF-Bücher.


Wie steht ihr zu dieser Frage? Manche Leser können es kaum ertragen, wenn es kein Happy End gibt, andere mögen es überhaupt nicht, wenn es kitschig wird. Happy End oder Kein Happy End oder wie bei mir passend zum Buch? Welches Buch-/Film-/Serien-Ende hat euch am meisten enttäuscht oder gefallen und warum?

Liebe Grüße, Aurora

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19 Gedanken zu “Happy End oder Kein Happy End – Was ist euch lieber?

  1. Hallo liebe Aurora,
    du hast immer so schöne Themen, die du auf deinem Blog besprichst. ❤

    Ich bin ganz deiner Meinung, was das Thema Happy End angeht. Von mir aus muss ein Buch kein Happy End haben. Es kann, wenn es passt auch etwas traurig oder sogar ein wenig offen enden. Wichtig ist, dass es a) realistisch und nicht konstruiert wirkt, b) den Leser auf die ein oder andere Art zufrieden zurücklässt.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    Gefällt 3 Personen

    1. Hallo liebe Tanja,
      Vielen Dank! ^-^ Ich versuche statt sturem Rezi-Posten die Beiträge immer etwas abwechslungsreich zu gestalten. 😀
      Freut mich sehr, dass wir einer Meinung sind! Das hast du gut zusammengefasst. Das ist für mich auch das Wichtigste für ein gutes Ende.
      Liebe Grüße, Aurora

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  2. Hi Aurora,

    Ich bin da ganz deiner Meinung: ein Buch braucht nicht immer ein Happy End, sonst wäre es viel zu vorhersehbar, was in den Büchern dieser Welt geschehen wird. Ich mag es, wenn mich ein Ende überrascht; wenn etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hatte. Das kann dann sowohl ein happy, als auch ein tragic end sein. Auch offene Enden finde ich sehr spannend, aber ich verstehe auch, dass viele sowas unbefriedigt zurücklässt 😉 von daher sollte ich also sagen: es kommt ganz auf das Buch, das Genre und den Schreibstil an, welches Ende ich präferiere.

    Liebe Grüße,
    Jacqui

    Gefällt 2 Personen

    1. Hey Jacqui,
      Freut mich, dass wir einer Meinung sind. ^-^ Ich mag es auch, wenn mich ein Buch überraschen kann oder eine unvorhergesehene Wendung am Ende bietet. Von offenen Enden bin ich dagegen gar nicht so ein Fan. 😀 Ich will immer wissen, wie es genau ausgeht.
      Aber du hast Recht, es kommt ganz auf das Genre und Buch an!
      Liebe Grüße, Aurora

      Gefällt 1 Person

  3. Hey Aurora,
    ich bin ja ganz klar der Happy End Typ. 😀 Ich mag es einfach, eher in „positive“ Bücherwelten einzutauchen, als in welche, wo ständig Leute sterben, Weltuntergangsstimmung herrscht etc. Das gibt mir einfach kein gutes Gefühl hinterher. Leider (für mich leider) gehen die meisten Bücher eher in die düstere Richtung. Ich meine, gefühlt sind 90% aller Bücher Krimis.^^ Btw gibt es in Krimis überhaupt Happy Ends? Ist das dann, wenn der Fall gelöst wird? 😀
    LG, Caymon

    Gefällt 2 Personen

    1. Hey Caymon!
      Das kann ich verstehen. ^^ Manchmal denk ich auch die Realität ist schon deprimierend genug, da brauch ich nicht noch ein trauriges Ende im Buch. 😀
      Ich lese eigentlich recht oft Bücher mit positiver Stimmung, aber das liegt vllt auch daran dass ich viel Romance, Fantasy und YA lese. 🙂
      Krimis lese ich dagegen gar nicht so gerne, außer sie haben noch irgendeinen interessanteren Hintergrund. Bei Krimis ist glaub das Happy End wenn der Fall gelöst wird, bevor Schlimmeres passiert. Meist ist es ja so, dass die Ermittler unter Zeitdruck stehen bis z.B. der Mörder seinen nächsten Mord begeht oder die Geiseln tötet. In vielen Krimis ist es dann auch eine Person, die dem Ermittler nahesteht oder er selbst, um mehr Suspense reinzubringen. 😀
      Liebe Grüße, Aurora

      Gefällt 1 Person

  4. Hallo Aurora,

    für mich muss das Ende auch einfach zum Buch passen.
    Ich mag keine unnötig erzwungenen Happy Ends. Totkranker Mensch ist plötzlich wieder gesund… eher unrealistisch.
    Tatsächlich sind es oft eher die Bücher mit einem traurigen Ende, die mir langfristig in Erinnerung geblieben sind.
    Am schönsten ist es natürlich, wenn Bücher mit dem Ende so richtig überraschen können, weil doch nicht alles so kommt, wie man es erwartet hat – ob nun happy oder unhappy ist dabei erstmal egal. Aber halt bitte nicht völlig erzwungen oder konstruiert.
    Abschlüsse, die zu viele Fragen offen lassen, mag ich allerdings auch nicht besonders. Ein bisschen offen, dass man sich selbst vorstellt, wie es weitergeht, ist schon ok. Aber es gibt auch Geschichten, nach denen man hinterher so schlau ist wie vorher, weil die komplette Entwicklung am Ende in der Schwebe bleibt, sowas mag ich dann nicht.

    Viele Grüße
    Anja

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Anja,
      Unnötig erzwungene Happy Ends mag ich auch nicht. Das kann im Notfall das ganze Buch für mich kaputtmachen. :O
      Und ja ein trauriges/nachdenkliches Ende bleibt einem länger in Erinnerung. Allerdings muss ich schon sagen, dass ich bevorzuge wenn meine Lieblingscharaktere glücklich werden. 😀
      Und ja einer guter Plottwist/Überraschung am Ende finde ich auch super. Vor allem, wenn es nicht vorhersehbar war. Das mit den offenen Enden nervt mich vor allem bei Reihen, wenn sie über Jahre dann nicht weitergeschrieben werden. ^^ Deswegen lese ich auch noch gar nicht „Das Lied von Eis und Feuer“ bis GRRM mal das nächste Buch rausbringt. 😀
      Liebe Grüße, Aurora

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  5. Gaston

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    Gefällt 1 Person

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      With kind regards, Aurora

      Gefällt mir

  6. Pingback: TAG: Sunshine Blogger Award – Zwischen Worten

  7. Huhu 🙂
    Ich bin da ganz deiner Meinung. Ich mag sowohl happy ends, als auch sämtliche anderen Enden. Hauptsache, es passt zum Rest der Geschichte. Bei vielen Büchern beziehungsweise Reihen, lässt mich das Ende irgendwie unbefriedigt zurück. Viele Autor*innen schreiben happy Ends, obwohl sie nicht zum Rest der Geschichte passen. Harry Potter hat mir persönlich auch sehr gut gefallen. Und das Ende von Midnight Star, dem dritten Band der Young Elites Reihe von Marie Lu ist eines meiner allerliebsten, es rundet die Story perfekt ab 🙂
    Liebe Grüße
    Kat

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    1. Hey! 🙂
      Ja, bei vielen Reihen lässt mich das Ende auch unbefriedigt zurück muss ich sagen. Eragon fand ich damals nicht so toll, so sehr ich die Bücher geliebt habe.
      Es freut mich, dass dir Harry Potter auch gefallen hat! Ich fand das Ende eigentlich sehr schön passend. Midnight Star kenne ich nicht, allerdings hat mir auch das Ende von Tribute von Panem damals sehr gefallen, obwohl es auch da viel Kritik gab. Aber es hat richtig gut zu so einer harten Dystopie gepasst.
      Liebe Grüße, Aurora

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  9. Hallo Aurora,

    ich mag es auch mal so, mal so.Vorallem mag ich es, wenn ich es vorher nicht weiß. Daher lese ich eigentlich nie Liebesgeschichten. U,nd nur sehr selten Krimis.
    Ich freue mich immer, wenn das Buch mal schlecht ausgeht, weil das so selten vorkommt.
    Mit offenen Enden kann ich auch gut leben, wenn sie den Leser nicht zu sehr in der Luft hängen lassen.
    Und ich kann es auch gut ab, wenn das Ende gemischt ist.
    Also natürlich sollte die Welt am Ende des Buches noch stehen. Zack, von den Drachen oder der Atombombe ausgelöscht, fände ich jetzt nicht so doll. Aber das nicht alle überleben, finde ich gut. Die Beziehung zum Protagonisten wächst dadurch.
    Ach und was mir noch einfällt, der Tod muss, finde ich, schon auch irgendwie Sinn machen. Einfach nur ein Tod, damit halt jem stirbt, finde ich ätzend.

    Kennst Du Die Tribute von Panem?

    Liebe Grüße
    Petrissa

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Petrissa,

      Stimmt, ein überraschendes Ende ist auch unschlagbar. 😀 Krimis lese ich eher nicht so gern, Liebesgeschichten dafür umso mehr.
      Allzu sehr offene Enden mag ich dagegen nicht, ich bin eher jemand, der es mag wenn die Sachen aufgeklärt werden, anstatt dass man selbst heruminterpretieren muss.
      Einer komplette Auslöschung der Welt würde ich auch nicht entgegenstehen beim Ende, da kenne ich auch ein Buch, wo das so war und das mir gefallen hat. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es auch sehr deprimierend sein kann. ^^
      Und Tode, nur damit jemand stirbt, sind richtig schlimm. Es muss schon irgendwie zur Geschichte passen.
      Ja, ich kenne Die Tribute von Panem und da mochte ich das Ende auch sehr, obwohl es so viele kritisiert haben. Ich fand, dass es sehr gut zum Ton des Buches und zu der dystopischen Welt gepasst hat.

      Liebe Grüße, Aurora

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  10. Sunita

    Auch ein interessantes Thema! Ich stimme dir zu, dass das Ende zum Buch passen muss. Wenn am Ende die Welt untergeht oder die Welt komplett verändert ist und die Menschheit sich damit abfinden muss und es passt, finde ich das nicht schlimm (das sind irgendwie oft die Art von Büchern, die ich mag ;)). Es muss nicht alles perfekt sein, denn vieles was in einer Geschichte passiert, kann man nicht einfach wieder ungeschehen machen. Was ich allerdings nicht will, ist dass die Bösen gewinnen. Meinetwegen kann keiner gewinnen, weil die Welt ist komplex, oder die Guten gewinnen (juhu :)), aber wenn der Evil-Overlord am Ende gewinnt, wäre das für mich schon eine große Enttäuschung. Den Epilog von Harry Potter fand ich okay, aber eigentlich ist der ja eh egal. Die Geschichte endet schon Seiten vorher und das Ende der Geschichte fand ich absolut großartig! 🙂

    Gefällt 1 Person

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